Tagebuch Etappen 17 -19

Nur noch 2 Etappen in den Pyrenäen, aber die haben es in sich! Die eine kurz und knackig, die andere mit dem berühmten Col du Tourmalet und beide enden mit einer Bergankunft! Aber dann folgt wieder eine Etappe für die Sprinter.

Roger Kluge

23.7.14   Etappe 17 Saint-Gaudens - Saint Lary

Ein Déjà-vu der 13. Etappe! Heute enteilte eine 8 Mann Spitzengruppe gleich kurz nach dem Start. Mit dabei Martin von uns und Voigte zum Beispiel. Nicht dabei war Katusha. Und so machten die, wie schon auf der 13. Etappe, Tempo, um die Spitzengruppe bis zum 1. Berg wieder zu stellen, bzw. so dicht dran zu sein, das Rodríguez hinspringen kann. Er hat ein Auge aufs Bergtrikot geworfen. Soweit ich es weiß, war aber alles für Katz! Es hätte ohne die Aktion ein weitaus "entspanntere" Tag werden können, zumindest die erste Hälfte der Etappe. Astana hätte die 8 Mann fahren lassen, das Peloton kontrolliert, am 1. und evtl. auch noch am 2. Berg, ein Gruppetto-freundliches Tempo angeschlagen und alle wären glücklich gewesen! Aber nein, so sind wir vollgas in den ersten Berg rein, da sich ja dann erst die neue IMG-20140723-WA001.jpgSpitzengruppe gebildet hatte. Meine Beine waren wieder ganz gut und so konnte ich, anstatt schon im Gruppetto zu sein, mit dem 2. Feld über den Berg fahren. In der Abfahrt haben wir dann das 1. Feld wieder eingeholt, und nahmen den 2. Berg in Angriff. Derweil war meine übliche schon ein paar Minuten hinter uns und konnte nicht mehr aufschließen. Der 2. Berg war dann lang und das Tempo gerade so noch machbar für mich. Es war aber die ganze Zeit ekelig, und auf dem letzten Kilometer bekam ich doch ein kleines Loch und viel hinters Jury-Fahrzeug zurück. War aber kurz darauf in der Abfahrt gleich wieder dran. Nun hieß es für mich nur noch, bis zum 3. Berg fahren, und dann war klar, dass sich recht schnell das 2. Gruppetto bilden würde. So war es dann auch. Wir fuhren mit einem sicher durchaus angenehmeren Tempo hoch, als ich hätte hinten im Gruppetto fahren müssen. Oben am Gipfel haben wieder Freunde aus Berlin auf mich gewartet, und mich mit einer riesen Flagge angefeuert! Sie standen gestern auch schon am letzten Gipfel, aber da habe ich sie in den Massen einfach nicht gesehen bzw. gehört. War halt ganz schön laut wenn die "Großen" einen in dem Moment überholen ;) Anschließend ging es wieder in die Abfahrt und natürlich den Schlussanstieg hoch. Den bin ich dann noch ein Stück langsamer gefahren, als meine Gruppe, in der ich war. Ich hatte kein Stress mit dem Zeitlimit und wollte lieber in meinem Tempo fahren. Morgen steht dann die letzte Bergetappe an...

24.7.14   Etappe 18 Pau - Hautacam 145 km

Die Berge sind geschafft! Vogesen, Alpen und Pyrenäen liegen hinter mir :) Aber vorher musste ich eben noch den Tourmalet hinter mich bringen und hinauf zur Bergankunft nach Hautacam radeln. Gestartet sind wir in Pau. Da wir nur 6km vom Start weg unser Hotel hatten, entschied ich mich gemütlich mit Rad durch die Stadt dort hin zu rollen. Ich war da, aber unser Bus kam erst 15 Minuten später. Ich wartet an der Einschreibkontrolle bis sie öffnete und war mal, im Gegensatz zum sonst einer der Letzten, der erste der sich eingeschrieben hat! IMG_20140724_115434.jpg Kurz vor dem Start wollten wir mit allen Deutschen ein Gruppenfoto machen, so war es am Vortag ausgemacht, 15 Min. vor dem Start. Und ich meinte zu Voigte noch gestern, nimm die Sache mal in die Hand und erinnere alle dran. Weil, von einem wie mir, der sonst erst wirklich kurz vor dem neutralen Start sich hinten anstellt ans Feld, zu erwarten, das der dann 15 Min. vorher schon da ist, ist eine unsichere Angelegenheit. Und so war es dann auch. Ich war der einzige, der "verschlafen" hatte. Ich kam wie üblich erst 3 Minuten vor dem Start vor gerollt. Sie hatten zwar noch gewartet, aber waren dann doch schon fertig! Sorry Männer! Nach einer kurzen Neutralen Phase, gingen die Attacken wieder los. Die ersten 5-10km beinhalteten 2 kleine Wellen, was für mich hieß, einfach festbeißen. An selber attackieren oder mitspringen war da nicht zu denken. Es bildete sich wieder eine rund 20 Mann starke Spitzengruppe. Wir fahren mit Chava und Marcel vertreten, was anfangs sehr gut aus. Der bestplatzierte hatte auch ein knappe halbe Stunde Rückstand im Gesamtklassement, so das man hätte annehmen können, Astana lässt die Gruppe durch aus auf 10 Minuten vorne weg. Aber dem war leider nicht so. Sie schlugen nicht so ein Tempo an, wie Katusha Tags zuvor, aber dennoch hielten sie den Abstand auf nur 3-4 Minuten. Da war klar, das Nibali noch mal allen zeigen muss, wie gut er ist und die Etappe gewinnen will! So waren die Kilometer zum Fuße des Tourmalet mal wieder nicht so einfach, wie ich es und auch einige Andere, erhofft hatten. Es ging schon noch, aber an jeder kleinen Welle haben die Jungs von Astana den Tempomat drin gelassen. Autsch! Die ersten 5km vom Anstieg gingen noch, da es nur so um die 5% Steigung waren und es auch kurz flach bzw. leicht abfallend war. Als es steiler wurde, hörte man sofort die "Gruppetto-Rufe", und ich befand mich schnell unter 40 Gleichgesinnten. Wir fuhren in aller Ruhe hinauf zum Gipfel des Tourmalet. Auf die 12 km bis zum Gipfel verloren wir 18:30 Minuten! immer wieder unfassbar, wie schnell die Flöhe doch klettern können. In der Abfahrt und auf den paar flachen Kilometern zum Schlussanstieg gab es dann den größten Kreisel (eine Gruppe aus Fahrern, die sich mit ganz kurzen Führungen abwechseln, und quasi rotieren), den ich bisher selber erlebt habe. Vielleicht waren wir auch mittlerweile 50 Mann. Aber wenn in so einem Fall fast alle mit durch die Führungen gehen, fällt es einem unheimlich leicht, ein hohes Tempo zu fahren. Man führt ja quasi nur 5 Sekunden, und ist dann wieder für 2-3 Minuten im Windschatten. So hatten wir bis zum letzten Anstieg sogar wieder Zeit gut gemacht, und lagen "nur" noch 17 Minuten zurück. Da wir mit um die 38 Minuten Karenzzeit rechneten, konnten wir also gut weitere 20 Minuten maximal verlieren auf den 13,6 km hinauf nach Hautacam. Da man es nicht bis zur letzten Sekunden ausreizen muss, sind wir die ersten 1-2 km noch zügig gefahren, und haben dann wieder Tempo rausgenommen. Ein paar wollten aber nicht so langsam fahren und so teilte sich das Gruppetto sogar noch mal. Ich ließ mich auch zurückfallen und fuhr mit Kittel und Co. zusammen hoch zum Ziel. Anschließend ging es mit dem Rad wieder runter, da die Busse alle unten geparkt hatten. Das ist auch immer kleines Abenteuer, weil Tausende von Zuschauern und Hobbyradlern alle den bergab unterwegs sind. Das macht zum Teil Spaß kann aber auch gefährlich sein. Also selbst nach dem Ziel heißt es dann immer noch volle Konzentration und bremsbereit sein! 

25.7.14   Etappe 19 Maubourguet val d'Adour - Bergerac 208 km

Bonjour! Das war ja gestern mal wieder eine sehr feuchte Angelegenheit. So viel Regen hatte ich selten gehabt. Auf der 15. Etappe kam zwar auch schon ganz schön was runter, aber gestern hat es die letzten 2 Stunden ja nicht mehr aufgehört. Zum Start war es wenigstens noch trocken und es hat sich sogar kurz die Sonne blicken lassen. Aber bereits nach einer guten Stunde kam das erste Gewitter! Es blitzte und donnerte, und es hat nicht mehr viel gefehlt bis zum Hagel. Danach hatte es zwar noch mal aufgehört, aber wir wurden nicht mehr trocken. Es war aber zum Glück nicht so kalt, das ich eine Regenjacke brauchte. Mir hat eine Windweste gereicht. Am Start hatte mich ich noch recht gut gefühlt, und war auch bereit bei den Gruppen wieder mitzuspringen, aber Martins erste Attacke hat mal wieder gesessen, und dann war er weg mit 4 Anderen. Das Feld wurde jeweils mit einem Fahrer von Gaint-Shimano, Lotto Belisol und Cannondale kontrolliert. Während des ersten Gewitters wurden dann meine Beine schlagartig schlechter. Ich fuhr die meiste Zeit nur noch hinten, und das blieb auch so bis zum Schluss. Die Geschwindigkeit war dabei manchmal so hoch - und das trotz strömenden Regen und verdammt schlechter Sicht - das ich das Gefühl hatte die ganze Zeit Wasserski zufahren. Vorne ein riesen Boot, dann eine Strippe aus mehreren Fahrern, den es wohl nicht viel besser ging, und dann eben ich am Ende irgendwo. Ich war froh, als wir den letzten kleinen 1,3km Anstieg erreichten. Weil dann bildete sich selbst auf einer Sprinter-Etappe ein Gruppetto, und wir rollten ein paar Minuten später ins Ziel. Auf dem Weg ins Hotel, was mal wieder ein sehr schönes altes Schloss ist, kam dann natürlich die Sonne raus, super! Ich hoffe, das ich heute beim Zeitfahren mehr Glück habe, bzw. jeder von uns!

Geschrieben von alex am
Alle guten Dinge sind drei. Wie freuen uns dich morgen am Tourmalet zu sehen! LG Nadine & Alex
Geschrieben von Cansu am
Just do me a favor and keep writing such trncehant analyses, OK?
Geschrieben von Vipin am
soo cute! and I can nver get cards out on time.. My christmas cards have turend into Easter cards..but in between they were new years cards and valentines!!!!LOLI may look for these!Hope you are feeling well. You are in my daily prayers!
Geschrieben von Bryankaf am
Geschrieben von Charlienorne am
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