Tourtagebuch Etappe 4-6

England haben wir verlassen. Weiter geht es in Frankreich. Flache Strecke, Kopfsteinpflaster, Schwunghügel, alles dabei. Ich bin gespannt, was ich euch berichten kann.

Roger Kluge

8.7.14   Etappe 4 Le Touquet Paris-Plage - Lille 163,5 km

Ein kleiner Aufwärtstrend ist zu erkennen! Ich bin sturzfrei und ohne Schaden ins Ziel gekommen. Aber zurück zum Morgen. Ich konnte wieder ein wenig besser schlafen und auch länger diesmal. Aufgestanden bin ich um halb 10! Ja, das ist schon eine christliche Zeit. Frühstücken bis 10:30 Uhr und dann hatten wir immer noch 1,5 Stunden Zeit bis wir mit dem Rad zum Start gerollt sind. Anschließend war ich noch kurz im "Village", um ein kleines Geschenk von dem Mobilfunkanbieter Orange abzuholen, dann ging es zum Bus. Meeting, auf die Toilette, mit dem Funkgerät verkabeln und schließlich die Taschen mit Essen füllen. Ich erhoffte mir dann eine ruhige Etappe mit einem Sprint am Ende, aber sie war doch wieder sehr nervös. Eine 2-Mann-Gruppe ging zwar zeitig, aber aufgrund von leichtem Seitenwind die ganze Zeit, wollten natürlich immer alle vorne fahren, um für eine mögliche Windkante bereit zu sein. Aber dazu kam es dann doch nicht. Die letzten 30km waren dann wieder rasend schnell, und wie auch schon in London auf teils nassen Straßen. Am Anfang der Etappe hatte ich immer noch recht schwere/müde Beine, aber im Finale ging es dann doch ganz gut, und ich konnte dieses Mal auch Heino bis in den letzten Kilometer hinein zumindest ab und zu helfen! Danach ging es noch für 10min auf die Rolle, um das Laktat wieder ein wenig abzubauen.

So, jetzt läuft das Spiel Brasilien - Deutschland... und es steht schon 5:0 für uns!! Da kann ich wohl zeitig schlafen gehen :)

Wer mehr Bilder von der Tour sehen will, schaut sich einfach meine Tour de France - Galerie in der Rubrik Bilder an!

9.7.14   Etappe 5 Ypres - Arenberg 152 km

Heute wird es mal ein wenig kürzer. Ich denke fast jeder wird die Etappe im TV gesehen haben. Sie war 14431747808_1858454194_o.jpgaußergewöhnlich! Und ich bin mal sehr müde... Meine Aufgabe war es heute vom Start an mich um Mathias zu kümmern. Ich bin also die ganze Zeit bei ihm geblieben, bzw. er war mein Schatten. Einmal ist er selber gestürzt, hatte sich dabei aber nicht viel getan, und konnte wieder aufschließen. Auf dem Pflaster haben wir uns dann eigentlich gut geschlagen. Klar wir waren nicht in der ersten Gruppe, aber ich konnte ihn dann sogar bis zum Ziel unterstützen! Anfangs hatten sich die Beine nämlich immer noch nicht wirklich besser angefühlt, und ich hatte gehofft ihn wenigstens bis zum ersten Pflaster helfen zu können. Er wäre sicher noch mit weniger Rückstand reingekommen, wenn er nicht noch mal kurz aufgehalten worden wäre durch einen Sturz vor ihm, aber soweit war das schon noch in Ordnung, wenn man alle Umstände betrachtet. So, ich mache Feierabend und hoffe morgen wieder einen weniger stressigen Tag zu haben! 

10.7.14   Etappe 6 Arras - Reims 194 km

Es sollte wieder keine schöne Etappe werden. Gestartet wurde, zur Erinnerung an den Vortag, nochmals auf Pflaster, bei wieder auch nassen Bedingungen. Aber es waren nur 200m. Nach der 5km langen Neutralen Phase, haben sich wieder recht schnell drei Fahrer absetzen können. Von uns war Jeròme dabei, der sich gerne die rote Rückennummer geholt hätte für den aggressivsten Fahrer der Etappe. Leider war am Ende einer stärker. Ich  hielt mich fast die ersten 80 km recht weit hinten auf. Da wir Rückenwind hatten, sind die Kilometer heute wieder mal recht schnell weniger geworden. Als es zur ersten Bergwertung und dem anschließenden Zwischensprint ging, wurde es wieder nervöser im Feld, und es passierten auf teilweise nassen Straßen auch wieder Stürze. Diesmal auch den ersten richtigen großen Massensturz! Ich musste zwar 5m rechts rein ins Gras, aber konnte schließen ausweichen und auf dem Rad bleiben. Wenig später, kurz nach der dem das Feld wieder zusammen war, versuchte Omega Pharma dann das Feld mit einer WIndkantenaktion zu sprengen, aber ohne Erfolg. Bis dahin hatte ich mich auch ganz ok gefühlt - ein weiterer Aufwärtstrend ist zu sehen - dann aber kam bei 155 km der zweite kleine Berg, aber da fehlte mir auf einmal die Kraft. Ich fiel zurück, konnte aber in der Abfahrt gleich wieder aufschließen, um wiederum kurz darauf durch einen Platten hinten, wieder zurück zu fallen. Bei der Aufholjagd ließ ich dann meine restlichen Kräfte und bin nicht mehr weit genug vorgekommen. Schließlich wurde ich auf der erneuten Windkante 10km vor Ziel abgehangen, und mit der Gruppe ins Ziel gerollt. Schade wirklich, das ich durch den Platten wieder im Finale für Heino nichts machen konnte, wie schon in London. Denn das war wohl vorerst die letzte richtige Sprinter-Etappe. Morgen ist zwar schon noch mal möglich, aber da kommen die beiden letzten Berge so kurz vor Ziel, das wohl Peter Sagan die größten Chancen hat zu gewinnen!

Geschrieben von alex am
Tolles tagebuch, weiter so und viel Erfolg
Kommentar schreiben



(Ihre E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.)


Ungültiger Sicherheitscode

Bitte klicken Sie das Bild an, um einen neuen Sicherheitscode zu laden.