Rad am Ring 2013

Da Anfangs immer noch die für uns erfolgreiche Vuelta a Espana lief, und im Anschluss die Tour of Britain für diejenigen vorgesehen war, die sich auf die Straßen WM bzw. auf die Lombardei-Rundfahrt vorbereiten sollten, blieben für einige von uns keine Rennen mehr übrig. Also sah ich mich nach anderen Möglichkeiten um... Fündig wurde ich mit „Rad am Ring“ und dem „Internationalen Herbstpreis der Steher“. Zwei Rennpremieren für mich, wo ich neue Erfahrungen und auch neue Freunde kennenlernen durfte.

Roger Kluge

Eine völlig neue Erfahrung....

Da Anfangs immer noch die für uns erfolgreiche Vuelta a Espana lief, und im Anschluss die Tour of Britain für diejenigen vorgesehen war, die sich auf die Straßen WM bzw. auf die Lombardei-Rundfahrt vorbereiten sollten, blieben für einige von uns keine Rennen mehr übrig. Also sah ich mich nach anderen Möglichkeiten um... Fündig wurde ich mit „Rad am Ring“ und dem „Internationalen Herbstpreis der Steher“. Zwei Rennpremieren für mich, wo ich neue Erfahrungen und auch neue Freunde kennenlernen durfte.


News September.jpgBei „RaR 2013“, einem 24h Radrennen auf der berühmten Nordschleife um die Nürburg, bin ich zusammen mitanderen prominenten Gesichtern, wie Timo Scheider, Manuel Reuter, Olaf Pollack, Rene Haselbacher, Karl Platt u.v.m., für die Charity-Organisation „Stunde des Herzens!“ an den Start gegangen. Wir alle fuhren als Team „De Ledschends“, welches aus 22 Fahrer bestand, aufgeteilt in ein 2er, drei 4er und ein 8er Team. Ziel der Charity war es, für den 8 Jährigen Clemens, der seit seiner Geburt an erblindet ist und im Rollstuhl sitzt, einen neuen auf ihn angepassten Rollstuhl durch Spenden zu finanzieren. Trotz miserablem Eifelwetter, war die Stimmung immer gut und wir hatten alle Spaß! Leider mussten wir auch zwei Stürze verkraften und einen technischen Defekt von Manuel, der uns möglicherweise den Sieg mit dem 4er Team gekostet hat, aber am Ende sind doch alle gesund und munter ins Ziel gekommen. Und mit Platz 3 des 2er  Teams und Platz 2 eines 4er Teams, wo ich auch mit dabei war, haben wir uns alle selbst überrascht! Aber das aller Beste war, dass wir genug Spenden gesammelt haben, damit Clemens seinen neuen Rollstuhl bekommen kann. Einen riesen Dank und großes Lob an die beiden Organisatoren, Sascha Poth und Patrick Betz, die das alles in nur 3 Monaten auf die Beine gestellt haben!! Die Planungen für RaR 2014 laufen... Und ich kann nur hoffen, das ich zu der Zeit dann keinen Teameinsatz haben werde, um erneut starten zu können mit De Ledschends!


Meine Steherprämiere fand dann im Rahmen des „Internationalen Herbstpreis der Steher“ im Rad- und Reitstadion in Forst statt. Anders als beim 24h Rennen, musste ich hierfür aber ein paar extra Trainingsstunden hinter meinem Schrittmacher Peter Bäuerlein absolvieren. Dies tat ich dann auch im Velodrom in Berlin. Wir haben langsam angefangen, um erst mal ein Gefühl für das Rad zubekommen und um sich mit der Rolle vertraut zu machen, die hinten an der Schrittmachermaschine dran ist. Diese ist bei Geschwindigkeiten von 60-80km/h gefühlt nur noch 50-30cm breit! Wenn man dann von der Rolle kommt, sprich leicht daneben, dann hat man gleich so viel Wind auf der Brust, das man ganz schnell einen Meter zurückfällt, und dann ist man nicht mehr im Sog des Schrittmachers. Dann kann man sich zwar wieder zurückkämpfen, allerdings kostet das so viel Kraft, das man das nur 2-3 mal im Rennen machen kann. Also Regel Nr. 1:  Vertrauen zu dem Schrittmacher aufbauen und wenn es geht immer mit 1mm Abstand an der Rolle fahren ;) das wäre die Optimallösung! Am 2. Trainingstag haben wir dann die Geschwindigkeit erhöht und haben mit einem 2. Schrittmacher auf der Bahn auch versucht, ein Rennen zu simulieren, d.h. Überholmanöver durchgeführt, bzw. die des Gegners abzufangen und dagegenzuhalten. Ich habe mich dann am 2. Tag auch recht gut angestellt und konnte somit entspannt, was die Technik betraf, nach Forst gehen. Die Bahn in Forst steht aber unter freiem Himmel, ist aus Beton und anstatt 250m, wie das Velodrom in Berlin, 400m lang! Das ist doch noch mal ein ganz anderes Fahren, erst recht, wenn es windig wird! Mutter Natur meinte es an dem Tag aber gut  mit uns. Wenn auch nur um die 10 Grad, war es sonnig und nur leicht windig. Ich kam gut weg vom Start und setzte mich recht schnell an die Spitze des B-Laufs(es gab noch eine A-Lauf mit den guten erfahrenen Rennern). Das war auch unsere Taktik, weil man vor dem Feld, den ganzen Verwirblungen der anderen Schrittmachern aus dem Weg geht und ein bisschen „entspannter“ fahren kann. Zweimal konnte ich dann die Überholversuche von meinem Freund Stefan Schäfer, der ebenfalls seine Steherprämiere hatte, Lokalmatador und ärgster Konkurrent zugleich war, abwehren. Beim dritten musste ich allerdings passen und ihn vorbeiziehen lassen. Es blieben aber 15 Runden für einen Konter! Ich ließ ihn kurz ziehen, holte Luft, und schrie Peter „allez allez“ zu, was so viel heißt wie: „fahr schneller!“. Wir schlossen wieder auf, ich setzte mich neben ihn, aber weiter sollte ich dann auch nicht kommen. Stefan konnte auch noch eine Schippe drauf setzen und ließ mich somit außen auf der längeren Linie verhungern. Er gewann mit knappen Vorsprung! Haben sich seine insgesamt 5 Trainingseinheiten in Forst doch besser ausgezahlt, als meine 2 in Berlin. Es war aber auch wieder eine schöne Erfahrung, vor allem mit dem tollem Forster Publikum, welches echt Stimmung gemacht hat! Vielleicht war es nicht mein letztes Steherrennen, aber ich muss eben immer schauen, wie es in die Straßensaison reinpasst. Aber wenn, dann werde ich mich sicher besser vorbereiten. Ob ich dann schon im A-Lauf fahren darf, wird sich zeigen...

 

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