Highlights 2016 - Bahn WM

Bei diesem Rennen trifft ein Sprichwort auf jeden Fall zu: Es kommt immer anders als man denkt. Die Bahn – WM sollte für mich nur ein Trainingsrennen werden. Ich war zwar in der Vorbereitung für meine Frühjahrsrennen, aber da wir auch gleichzeitig im Olympiajahr waren, entschied ich mich im Omniumswettkampf nochmal anzutreten.

Roger Kluge

Highlights 2016

Bahn WM -  ein Punktefahren, das in die Geschichte eingeht

 

Bei diesem Rennen trifft ein Sprichwort auf jeden Fall zu: Es kommt immer anders als man denkt. Die Bahn – WM sollte für mich nur ein Trainingsrennen werden. Ich war zwar in der Vorbereitung für meine Frühjahrsrennen, aber da wir auch gleichzeitig im Olympiajahr waren, entschied ich mich im Omniumswettkampf nochmal anzutreten.

Der Wettkampf lief zufriedenstellend. Vor meinem Paradewettkampf, dem abschließenden Punktefahren, war ich auf Platz 6 mit mehr als 44 Punkten Rückstand. Platz eins und zwei waren nicht gerade in greifbarer Nähe, das Podium dagegen hatte ich schon noch im Visier.

Um auf das Treppchen zu fahren, brauchte ich nur 8 Punkte aufzuholen. Um doch noch um den Sieg mitzufahren, auf jeden Fall 2 Rundengewinne und bei dem Fahrerfeld war das fast utopisch. Die ersten Zwei brauchten ja nichts weiter zu tun, als ihren Platz zu verteidigen, ICH musste allerdings in die Offensive gehen und hoffen, dass mich andere Fahrer beim Rundengewinn unterstützen. Erst nach 60 Runden kam für mich die Kehrtwende im Rennen. Der erste Rundengewinn war schon super, aber der Zweite war schier unfassbar. Ich hatte es geschafft 2 Rundengewinne rauszufahren und war somit in den Medaillenrängen. Zwischendurch sogar auf Platz 1, sprintete ich um jeden Punkt. Das Regenbogentrikot war in greifbare Nähe gerückt. Das eigentlich Spektakuläre war der Punktestand zwischen den Rennfahrern vor dem letzten Sprint. Denn erst dieser würde entscheiden, wer Weltmeister wird.  Nach dem finalen Sprint war das Ergebnis dieses Rennens wohl das spannendste der Geschichte. Die ersten drei Rennfahrer waren tatsächlich punktgleich mit 191 Punkten.

Ich habe den Sprint um wenige Zentimeter gegen den Kolumbianer verloren und da bei Punktgleichheit der Zieleinlauf entscheidet, wurde ich Zweiter. Dritter wurde der Australier Glenn O´Shea. Bitter war es für Elia Viviani. Hätte er den Sprint gewonnen, wäre er Weltmeister geworden, und zwar mit ebenfalls 191 Punkte. Er wurde allerdings nur Zweiter, kam damit zwar auf 2 Punkte an uns Drei heran, aber blieb letztendlich auf dem 4. Platz. Wie wir aber alle wissen, würde er wenige Monate später für diese Niederlage entschädigt werden. ;-)

Es war ohne Zweifel das spektakulärste Punktefahren meines Lebens. Die Silbermedaille war anfangs ganz sicher nicht zu erwarten. Und doch…..verdammt nochmal….wieder Zweiter…und ich war soooo nah dran. Aber nein, es war toll und ich habe selbst Tage danach noch viel Respekt für dieses Rennen ernten dürfen.

Hier noch mal das Ergebnis und falls ihr es nicht gesehen habt, auch noch einmal der Link zum Video. Man muss es einfach gesehen haben!!

https://www.youtube.com/watch?v=J9UPrmybTc8

 

  1. Fernando Gaviria                191
  2. Roger Kluge                       191
  3. Glenn O´Shea                    191
  4. Elia Viviani                         189
  5. Lasse Norman Hansen       181
  6. Mark Cavendish                 161