Die ersten Rennen in Europa

Von meiner Rückkehr bei der Tour of Qatar bis zu meinem Ausstieg bei Tirreno-Adriatico...

Roger Kluge

Und schon wieder sind 2 Monate um...

Nach der Tour Down Under im Januar war ich im Februar, nach einem Jahr Pause, wieder zurück am Start bei der Tour of Qatar. Eine Rundfahrt, die einem Fahrer wie mir einfach Spaß machen muss! Sie hat nämlich keine Berge. Das macht sie landschaftlich zwar sehr langweilig, aber da wir dieses Jahr mal wieder, bis auf die letzte Etappe, jeden Tag Wind hatten, musste man jederzeit hellwach sein! Genau das war ich leider auf der 1. Etappe kurz vor Ziel nicht. Ich rollte mit der 2. Gruppe nur wenige Sekunden nach der 1. Gruppe über das Ziel, büßte damit aber schon alle Chancen auf ein Top10 Ergebnis am Ende der Rundfahrt ein. Mit einem besseren Auge auf den nächsten Etappen und einem sehr guten Zeitfahren am 3. Tag konnte ich mich zumindest noch in die Top15 zurückkämpfen. Heino, für den wir die Sprints vorbereiteten, landete regelmäßig in den Top10 und war somit auch am Ende Gesamtachter. Nach dem guten Einstand in Australien, hatten wir wenigstens auf einen Podiumsplatz gehofftt!

 

Nach Katar war ich für zwei Wochen zu Hause. Die Zeit nutzte ich zum Einen, um wichtige Trainingseinheiten zu absolvieren, zum Anderen aber auch um einen nicht unerheblichen Poststapel abzuarbeiten, der sich über die letzten 2 Monate angesammelt hatte. Da ich nach den zwei Rundfahrten genug Grundlagenkilometer in den Beinen hatte, standen dann keine langen Einheiten mehr auf dem Programm, sondern meistens nur um die 3 Stunden, die dafür aber dann mit Intervallen gespickt waren. Das Eröffnungswochenende der Klassiker stand bevor, wovon ich nur am Sonntag bei Kuurne-Bruxelles-Kuurne angetreten bin. Eine Woche später ging es, wie schon im letzten Jahr, zu der Rundfahrt Tirreno-Adriatico nach Italien.

In Kuurne lief es sehr gut und ich war auch dieses Mal in einer 20 Mann starken Spitzengruppe dabei, die sich am Kwaremont, 60km vor Ziel, löste. Letztes Jahr ging diese Gruppe auch zum Ziel, aber dieses Jahr hatten wir so starken Gegenwind, dass das Feld uns kurz vor der Zielrunde wieder eingefangen hatte und es somit zum klassischen Massensprint kam. In dem Finale konnte ich dann Matteo nicht mehr wie gewünscht unterstützen, aber er kam trotz Krämpfen auf den letzten 5km auf einen guten 10. Platz.

Tirreno-Adriatico sollte dann eigentlich mit einem Mannschaftszeitfahren beginnen, weshalb wir auch schon 3 Tage vorher angereist waren. Aber durch ein Unwetter in den Tagen zuvor, war die Strecke immer noch unbefahrbar gewesen und zwang die Organisatoren zu einer Änderung. Aus einem ca. 20km langem Teamzeitfahren wurde ein ca. 5km kurzer Prolog. Eine Distanz, die mir als Bahnfahrer schon sehr liegt. Nach dem guten Zeitfahren in Katar, wo ich über 11km Platz 13 belegte, wäre ich gerne bei dem Prolog in die Top10 gefahren. Am Ende wurde ich 14. mit 8 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Platz 10 hatte auch nur 8 Sekunden zum Sieger Rückstand, weshalb das Ergebnis auch zufriedenstellend war. Es ging also alles sehr eng zu! Mit Matteo hatten wir auf dem 2. Tagesabschnitt den Vorjahressieger in unseren Reihen und wollten den Sieg natürlich gerne wiederholen! Pelo, wie sein Spitzname ist, kam aber 8km vor Ziel zu Fall, wodurch wir umstellen mussten und ich meine Chance bekam. Ich konnte immerhin auf einen guten 7. Platz sprinten und kam dabei knapp um einen Sturz herum, wie schon in Australien. Da Matteo aufgrund seiner Verletzungen am 3. Tag nicht mehr gestartet ist, sollte meine nächste Chance auf ein gutes Ergebnis auf der vorletzten Etappe am Montag kommen. Wegen Knieschmerzen, die sich am Samstag nach dem Rennen schon das erste Mal angedeutet hatten, und auf dem Abschnitt am Sonntag über mehre kleine Berge nicht besser geworden sind, entschied ich mich den Schlussanstieg nicht mehr hoch zu fahren und beendete mit Blick auf Mailand-Sanremo die Etappe vorzeitig.