Arctic Race of Norway

Die erste Rundfahrt nach Tour und zugleich ein neuer Länderpunkt für mich. Und was für einer. Es geht hinauf bis zum Nordkap! Kaum Dunkelheit und wahrscheinlich ungemütliche Tage warten auf mich.

Roger Kluge

Norwegen

Der Reise zur Arctic Tour of Norway war für mich richtig lang! Ich bin um 5 Uhr aufgestanden, da schon um 7 mein Flieger nach Brüssel ging. Dort trafen sich alle Teams und es ging 14 Uhr weiter nach Alta, ein 3-Stunden Flug.  Dort angekommen bei sommerlichen !9 Grad für diese Region, hatten wir noch eine zweistündige Busfahrt vor uns. Gegen 20 Uhr waren wir dann im Hotel. Am nächsten Tag sah das Wetter gar nicht mehr so schön aus. Es war bewölkt und es regnete leicht in Hammerfest. Wir sind zwar mit Regenjacken gestartet, sind aber auf unsren 1,5h dennoch recht trocken geblieben. Mit 15 Grad war es auch noch nicht so kalt, trotz des Regens. Am späten Nachmittag fand dann die Teampräsentation statt. Es nieselte immer noch, aber es waren dennoch zahlreiche Fans gekommen. Die 1. Etappe wurde dann auch in Hammerfest gestartet. Die Spitzengruppe bildete sich recht schnell, und so konnte ich im Feld mit dem einen oder anderen ein wenig quatschen und mir auch das Land anschauen. Das war interessant, aber noch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auf dem Weg zum Ziel, dem Nordkap, mussten wir mehrere Tunnel durchfahren, welche auch teilweise sehr gefährlich waren, wenn es mal kurz dunkel wurde. Der längste war knapp 7km lang und ging unter dem Meer durch! Die Abfahrt auf feuchten Straßen bin ich mit knapp 100km/h runter gerollt. Zum Glück ging es schnurgeradeaus. Da es am Ende noch 3 kleine Berge zu bewältigen gab, war für mich an diesem Tag nix drin. Die 2. Etappe verlief dann vom Nordkap zurück nach Alta, auch wieder durch all diese Tunnel. Ein wenig fuhr da schon die Angst immer mit, wenn wir in die Tunnel sind. Alles in allem war es aber keine spannende Etappe. Wir hatten die ganze Zeit Gegenwind und saßen die Zeit ab. Die letzte halbe Stunde wurde es dann wieder interessanter. Die Spitzengruppe wurde gestellt und ein Massensprint erwartet. Ich war gerade mit meinen Teamkollegen auf dem Weg nach vorne, mit noch 8 km zu fahren, als plötzlich eine Trinkfalsche an mein Vorderrad fliegt und mir dadurch den Lenker aus den Händen schlägt. Ich verlor die Kontrolle und ging ordentlich über den Lenker! Mit mir leider auch unser Neuer im Team, der Norweger Sondre Holst Enger, und 10 weitere Fahrer. Diesmal hatte es mich aber schlimmer erwischt. Ich konnte zwar noch ins Ziel trudeln, hatte aber einfach ein verdammt unwohles Gefühl im Oberkörper. Neben diversen Schürfwunden, hatte ich mir die Hüfte und Ellenbogen geprellt, sowie Brust-/Schultermuskulatur ordentlich verspannt! Zur 3. Etappe bin ich dann nicht mehr angetreten, und am Sonntag ging es für mich nach Hause.